Optik Studio Gassl
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Anatomie des Auges  

Anatomie-Übersicht

Rund um das Auge - wie funktioniert unser Auge  

Das Auge entdecken

Netzhaut (Retina)

Vergleicht man das menschliche Auge mit dem Prinzip der Photokamera, so kann man die Netzhaut auch als den "Film" des Auges bezeichnen. Die Bilder, die das menschliche Auge "Sieht", werden auf der Netzhaut abgebildet. Sie besteht aus einer Vielzahl von Mikrosehzellen.

Die Netzhaut selbst ist ein sehr stabiles System, das auch im hohen Alter durchaus noch volle Leistung erbringen kann. Dennoch kommt es manchmal zu altersbedingten Netzhauterkrankungen, die aber meist mit anderen Erkrankungen zusammen auftreten. Zu nennen ist in erster Linie die diabetische Retinopathie - die häufig bei zuckerkranken Menschen im Alter auftritt.

Aderhaut (Chorioidea)

Die Aderhaut ist ein Teil der Gefäßhaut (Uvea) bestehend aus Regenbogenhaut (Iris), Ziliarkörper (Strahlenkörper) und der Aderhaut.

Sie ernährt den Augapfel und besteht aus vielen kleinen Blutgefäßen.

Lederhaut (Sklera)

Die Lederhaut ist eine weißliche, zähe und elastische Faserhaut, die den Augapfel ca. 4/5 umhüllt. Im Voksmund bezeichnet man sie auch als "das Weiße im Auge".

Hornhaut (Cornea)

Die Hornhaut besteht aus 5 Schichten. Sie ist im Normalfall nicht durchblutet und daher transparent. Die Hornhaut enthält viele kleine (feine) Nerven und ist deshalb so schmerzempfindlich. Die Oberfläche ist relativ rauh und wird mit Hilfe der Tränen zu einer regelmäßigen optischen Fläche.

Bindehaut (Conjunctiva)

Die Bindehaut grenzt nach außen die Hornhaut ab. Sie ist eine Schleimhaut die transparent und relativ dünn ist. Sie wird ständig durch die Tränenflüssigkeit flexibel und sauber gehalten.

Regenbogenhaut (Iris)

Die so genannte Regenbogenhaut liegt hinter der Hornhaut des Auges, nur getrennt durch die vordere Augenkammer. Diese Regenbogenhaut sieht man beim Blick ins Auge als farbigen Ring, der die schwarze Pupille umschließt. Die Regenbogenhaut besteht aus Bindegewebe, Epithelzellen und Muskulatur. Bei starkem Lichteinfall verengt sie sich (bis auf 2 Millimeter), bei geringem Lichteinfall erweitert sie sich (bis auf 8 Millimeter). Auf das Pupillenspiel hat nicht nur die Intensität des Lichts Einfluss, sondern auch Angstgefühle oder bestimmte Drogen.

Die Farbe der Iris entsteht durch Pigmente (Farbstoff Melanin) in ihren Zellen oder im Bindegewebe. Bei dunkelbraunen Augen findet man die Pigmente sowohl im Epithel als auch im Bindegewebe, während bei blauen Augen das Bindegewebe pigmentfrei ist. Die Augenfarbe wird vererbt und ändert sich teilweise nach der Geburt. Jeder Mensch hat eine individuelle und einmalige Augenfarbe.

Strahlenkörper (Ziliarkörper)

Der Ziliarkörper ist ein ringförmiges Muskelpaket, das je nach Änderung seiner Größe die Durchwölbung der Augenlinse beeinflusst und damit die Scharfeinstellung des Auges vollzieht (Akkomodation).

Augenlinse

Die Augenlinse ist normalerweise glasklar und von bikonvexer Form. Man kann sich den Aufbau der Linse wie eine Zwiebel mit verschiedenen Schalen vorstellen. Die äußeren Zellen werden im Laufe des Lebens immer wieder neu gebildet. Die abgestorbenen Zellen werden gegen das Linseninnere verschoben. Deshalb verliert die Augenlinse mit zunehmendem Alter an Elastizität. Durch den Flexibilitätsverlust im Linsenkern kann sich die Linse nicht mehr so stark durchwölben. Somit verliert das Auge langsam das Naheinstellungsvermögen.

Ebenfalls mit zunehmendem Alter verfärbt sich das Linseninnere langsam über gelblich zu bräunlich. Durch diese Verfärbung wird mehr violettes und blaues Licht absorbiert. Deshalb haben Staroperierte nach entfernter Augenlinse eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und sehen alles etwas bläulicher.

Vordere und hintere Augenkammer

Die vordere und die hintere Augenkammer sind gefüllt mit Kammerwasser. Wenn nicht gleichviel Kammerwasser abfließt wie produziert wird, kommt es zu einer Innendruckerhöhung. Diese Drucksteigerung bezeichnet man als "grüner Star" oder Glaukom. Der normale Augeninnendruck misst zwischen 18 und 22 und kann mit verschiedenen Geräten (auch vom Augenoptiker) gemessen werden.

Pupille

Die Pupille ist die schwarz erscheinende runde Blendenöffnung in der Regenbogenhaut.

Glaskörper

Der Glaskörper füllt den Raum zwischen Linse und Netzhaut aus (ca. 65% des Augeninhaltes). Er besteht aus einer gallertartigen Masse, die zu ca. 98% aus Wasser besteht. Der Glaskörper erfüllt eine Stützfunktion. Im vorderen Bereich als Stütze der Augenlinse, im hinteren Bereich drückt er die Netzhaut gegen die Aderhaut.

Gelber Fleck (Macula)

Als Macula bezeichnet man den hintersten Scheitelbereich der Netzhaut. Sie wird auch "gelber Fleck" genannt und ist der Ort des schärfsten Sehens und des Farbensehens. Die Macula bildet das ab, das vom Auge gerade fixiert wird.

Blinder Fleck (Papille)

Circa 4 Millimeter nasal der Macula verlassen die Sehnervenfasern durch die Siebplatte das Auge. An dieser Stelle sind keine Sehzellen vorhanden, deshalb spricht man vom blinden Fleck.

Sehnerv

Der Sehnerv enthält ca. eine Million Sehnervenfasern, die alle durch die Papille (blinder Fleck) in den Sehnerv gelangen. Er schützt die Sehnervenfasern wie eine Isolation bei Elektrokabeln und erreicht einen Durchmesser von ca. 3 Millimetern.

Augenmuskulatur

Das Auge wird durch 6 Muskeln bewegt und kann somit in verschiedene Richtungen schauen:

  1. oberer gerader Muskel

  2. unterer gerader Muskel

  3. innerer gerader Muskel

  4. äußerer gerader Muskel

  5. oberer schiefer Muskel

  6. unterer schiefer Muskel

Das optische System

Das Auge ist ein optisches System, das ganz grundsätzlich mit einer Photokamera verglichen werden kann.

Um deutlich zu sehen, muss ein Gegenstand im Auge auf der Netzhaut scharf und exakt abgebildet werden, so wie in einer Kamera das Objekt auf dem Film scharf abgebildet werden muss, damit ein deutliches Bild entsteht.

Objektiv = Hornhaut/Linse

Blende = Iris

Film = Retina

Scharfeinstellung = Akkomodation

Die Schärfe für verschiedene Entfernungen wird mittels der Augenlinse eingestellt. Je näher sich das Objekt befindet, desto mehr wölbt sich die Linse (durch Zusammenziehen des Ziliarkörpers).