Optik Studio Gassl
Optik Studio Gassl
Wackelnde Schrift (von Volkhard Schroth)

 

Was ist Winkelfehlsichtigkeit?

Um ein Objekt sehn zu können, müssen beide Augen in Parallelstellung zueinander dieses Objekt anschauen. Winkelfehlsichtigkeit bedeutet, dass sich beide Augen nicht in dieser Parallelstellung befinden. Sie können sich somit nicht ohne große Anstrengung parallel auf ein Objekt ausrichten.

Die Bilder des angeschauten Objekts werden damit nicht auf die "richtige Stelle" auf der Netzhaut abgebildet. Die Augenbewegungsmuskeln müssen diese Abweichung zur Parallelstellung immer ausgleichen. Kann diese Ausgleichsarbeit nicht mehr ausreichend getätigt werden, kann dies zu schlechterem Sehen - trotz Brille - oder sogar zu Doppelbildern führen.

Es können außerdem auch folgende Probleme auftreten:

  • unbefriedigendes oder unscharfes Sehen
  • anstrengendes oder ermüdendes Sehen, vor allem am Bildschirm oder bei längerem Lesen
  • Augenschmerzen, Augenbrennen, Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit
  • Verspannungen im Hals-, Nacken- und Schulterbereich
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit

Probleme, die bei Kindern auftreten können:

  • Lese- und Schreibprobleme
  • Große Neigung zu Flüchtigkeitsfehlern im Diktat oder bei Aufsätzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lernunlust oder Hyperaktivität
  • Probleme in Fein- oder Grobmotorik
  • Gleichgewichtsprobleme

Was bewirken Prismenbrillen?

Prismenbrillen entlasten winkelfehlsichtige Menschen von dem für die Augenmuskeln anstrengenden "Ausrichten" der Augen. Das Augenpaar kann seine entspannte Stellung einnehmen - die Prismenbrille bewirkt, dass die Bilder trotzdem auf die "richtigen Stellen" auf der Netzhaut treffen, die die höchste Sehqualität liefern.

Die bisherigen Beschwerden werden dadurch verringert oder verschwinden komplett.

Wie kann man Winkelfehlsichtigkeit messen?

Vor über 40 Jahren wurde eine Korrektionsmethodik entwickelt, mit der sehr erfolgreich die Winkelfehlsichtigkeit von ausgebildeten Augenoptikern und Augenärzten ausgemessen werden kann. Mit der Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase (MKH) kann der Untersucher die anstrengungsärmste Augenstellung erkennen und die genauen Messwerte ermitteln. Diese Messwerte bilden die Basis für die Anfertigung einer Prismenbrille.

Was ist eine Prismenbrille?

Prismenbrillen sind Brillen mit speziellen Prismengläsern, die es den Augen ermöglichen, in der optimalen Augenstellung zu bleiben ohne Doppelbilder zu bekommen, Dies bedeutet, dass das Sehen wesentlich entspannter und angenehmer wird und somit auch eine deutlich höhere Sehqualität erreicht wird.

Die Winkelfehlsichtigkeit ist keine Krankheit, sondern ein Sehfehler, ebenso wie die Kurz- oder Weitsichtigkeit. Die Prismenbrille ändert nichts am Bestehen des Sehfehlers, sie gleicht diesen nur komplett aus!

Wenn Winkelfehlsichtigkeit gemessen wird, kann man diese Fehlstellung nicht mehr mit normalen Brillengläsern ausgleichen. Hier sind Prismengläser zwingend notwendig!

Schielt man mit Prismenbrillen?

Bei großen Winkelfehlsichtigkeiten, die allerdings nur ganz selten vorkommen, scheinen die Augen hinter den Brillengläsern zu schielen. Dies ist allerdings kein echtes Schielen, sondern nur das Sichtbarwerden der großen Winkelabweichung.

Wann ist eine Prismenbrille sinnvoll?

Eine Prismenbrille ist immer dann sinnvoll, wenn der Körper die anstrengende Ausgleichsarbeit nicht mehr ausreichend ausüben kann. Die letztendliche Entscheidung muss nach der verantwortlichen Untersuchung durch den MKH-Spezialisten aber trotzdem der Betroffene selbst führen.

Nicht jeder, der winkelfehlsichtig ist, benötigt eine Prismenbrille!

Wie geht es nach der ersten Prismenbrille weiter?

In den meisten Fällen lassen sich bei dauerhaftem Tragen der Prismenbrille einige Beeinträchtigungen verringern oder ganz beseitigen. Dies kann der Betroffene meist selbst sehr gut spüren. Trotzdem können sich nach einiger Tragezeit eventuell wieder geringe Beschwerden bemerkbar machen. Jetzt müsste der Betroffene seine Winkelfehlsichtigkeit erneut nachmessen lassen. Unter Umständen muss die Prismenstärke verändert werden. Dies kann mehrfach erforderlich sein, da bei der ersten Messung selten die volle Abweichung gemessen werden kann. Das liegt daran, dass die Augen die Ausgleichsarbeit bereits seit Jahren tätigen müssen. Die Nachkontrollen sollten danach weiterhin in regelmäßigen Abständen erfolgen, um eine dauerhafte Verbesserung zu erreichen.

In ganz seltenen Fällen tritt durch das Tragen der Prismenbrille keine Verbesserung ein. Die Beeinträchtigungen haben dann eventuell auch andere Ursachen. Hier können wir in der uns angegliederten Naturheilpraxis nach Therapiemöglichkeiten suchen.

Was kann man außerdem noch tun?

Durch eine Prismenbrille erhalten zusätzliche Therapien, wie zum Beispiel Ergotherapie, Rechtschreibtraining oder Entspannungstherapien oft deutlich mehr Aussicht auf Erfolg. Je früher die Winkelfehlsichtigkeit korrigiert wird, desto größer sind die Erfolgschancen. Es kann aber auch noch in hohem Alter korrigiert werden! Da die Winkelfehlsichtigkeit meist vererbt wird, sollt auch in der Verwandtschaft auf diese Problematik geachtet werden!

 

 

Besuchen Sie ebenfalls die Seiten der Selbsthilfegruppe in Weil der Stadt. Hier können Sie sich mit Betroffenen austauschen!

Weitere Informationen zum Thema Winkelfehlsichtigkeit erhalten Sie unter:

www.winkelfehlsichtigkeit.de

www.ivbs.org

www.legasthenie-info.de

www.fehlsichtige-kinder.de

www.opti-school.de